.....so haben die Dänen ihren Halbmarathon über die Meerenge zwischen Kopenhagen und Malmö genannt.
Neben weiteren 100.000 Teilnehmern hatten sich auch einige Mitglieder des LV Deggendorf auf den weiten Weg nach Dänemark gemacht. Nach fast 1200 km Fahrt trafen wir am 10. Juni im sonnigen Kopenhagen ein. Alles wirkt irgendwie ein wenig familiärer als bei uns in Deutschland und so ging es bei der Abholung der Startunterlagen sehr locker zu. Die Veranstalter hatten 20 Schalter aufgemacht, damit auch jeder die Möglichkeit hatte ohne Stau in den Besitz seiner Nummer und den nötigen Utensilien zu kommen. So ließ sich im Anschluss daran problemlos ein Stadtbummel in Kopenhagen anhängen.
Neben der Kleinen Meerjungfrau und dem Schloss Amalienborg wurde natürlich auch dem berühmten Vergnügungspark Tivoli ein Besuch abgestattet. Leider sind die Preise für Hotel, Essen und Getränke in für uns ungewohnten Höhen.
Am 12. Juni ging es dann morgens vom Hotel aus (günstig gelegen – wir konnten zu Fuß gehen) zum Start. Doch welch Überraschung, denn trotz der späteren Startzeit für die dänischen und schwedischen Teilnehmer standen wir bereits um 10:00 Uhr mehrere Hundert Meter vor der Registrierung und Chipausgabe (die Zeitmessung erfolgte nach dem bekannten Championchip- Prinzip) im Läuferstau. Die eigentliche Organisation lief reibungslos ab, aber es ist eben doch etwas anderes ob 30.000 oder 100.000 Teilnehmer durchgeschleust werden müssen. Gegen 11:30 Uhr hatten wir es endlich geschafft und durften starten.
Der eigentliche Start erfolgte jeweils für Blöcke von ca. 1000 Läufern und nach dem Startschuss ging es mit gewohnten Kampfgebrüll auf die Strecke. Nach einigen 100 m
begann die ca. 4km lange Tunnelstrecke, die uns 20m unter die Wasseroberfläche führte und
aufgrund der höheren Temperaturen relativ schweißtreibend war. Hier sah man bereits nach kurzer Zeit sehr viele Hobbyläufer gehen, denen dort unten die Luftwohl etwas ausgegangen war. Die frische Meeresbrise am Tunnelausgang wirkt dann auch wie eine Wohltat und die Feuchtigkeit von Hemd und Hose nahm entsprechend schnell ab. Der Name der weitestgehend künstlich aufgeschütteten Insel auf der wir nun angelangt waren lautet Peberholm. Die Pylone der imposant wirkenden Brücke erschienen noch weit in der Ferne am Horizont. Für uns ging es noch ca. 2 km relativ eben voran bevor der eigentliche Brückenanstieg begann. Bis zum Scheitelpunkt der Brücke lagen jetzt noch 50 m Höhenunterschied vor uns, die zu bewältigen waren. Zum Glück ist der Anstieg nur mit einer sehr geringen Steigung trassiert, so dass man die nötigen Höhenmeter ohne große Probleme gewinnen kann. Mit dem Anstieg zur Brücke begann auch der Wind immer stärker zu werden. Dort oben in der Höhe kann es schon sehr unangenehm werden. Hier machte sich die mitgenommene Vereinsflagge als Decke nützlich. Zum Glück für uns war es Rückenwind, der uns mehr unterstützte als behinderte. Die Veranstalter hatten auf der gesamten Brücke sehr viel Betreuungspersonal verteilt, so dass eigentlich auch die kleinsten Wehwehchen sofort betreut werden konnten. Hiervon gab es allerdings erstaunlich viele, was wohl auf den hohen Anteil an Gelegenheitsläufern zurückzuführen war.
Wir näherten uns nun langsam aber stetig dem Scheitelpunkt der Brücke und der weite Blick
Über das Meer, die unter der Brücke kreuzenden Segelboote und die vorbei fahrenden Fähren, Fischkutter und Frachtschiffe aus dieser luftigen Höhe wirkte beeindruckend. Eine der Fähren begrüßte uns mit ihrem Schiffshorn und zum Dank ließen wir unsere weiß- blaues
Rautenmuster mit dem Vereinsmännchen kräftig im Wind wehen – sozusagen ein kleiner Gruß von Wasser zu Land- von Schiff zu Läufer.
Nach einem Blick in die luftigen Höhen zu den Spitzen der mächtigen Träger die trotz ihrer Größe so grazil wirken, begann nun schon der Abstieg. Der konstante Wind trieb uns förmlich dem Ziel entgegen und Dänemark wurde langsam kleiner. Dafür vergrößerten sich die Umrisse von Malmö. Nach mittlerweile ca. 1,5 km erreichten wir wieder Festland. Jetzt ging es noch in einigen Schlangenlinien dem Ziel entgegen. Für uns war der Lauf eigentlich schon beendet, den nach der imposanten Brücke wirkte die normale Strecke irgendwie eintönig. So streben wir denn, angespornt von ein paar tausend Zuschauern, dem Ziel entgegen. Vor dem Ziel wurde die Vereinsflagge ein letztes Mal ausgerollt und unter dem Kommentar der Zielsprechers, der freundlich die Läufer aus Deggendorf begrüßte, die den Gruß der bayerischen Stadt anlässlich der verkehrstechnischen Verbindung von Schweden Dänemark überbrachten, ging es durchs Ziel.
Die Aushändigung der Getränke und massiver Medaillen ging es reibungslos von statten, lediglich die Getränkeausgabe warf einige Probleme auf, da ein Teil der Nummernsortierung zeitmäßig durch einander geraten war. Als das eigentliche Problem war jedoch der Personalrücktransport. Hier hieß es erst einmal Schlangestehen – die Menschenmengen waren wirklich imposant. Die Busse kamen immer wie am Fließband im 11- er Pack, aber bei diesen Teilnehmermengen gelangten auch wir trotzdem erst um17:15 Uhr wieder an den Startpunkt zurück. Nun was soll’s – wir waren jedenfalls bei dieser einmaligen Veranstaltung Dabei.
Wie schnell wir waren ? Das ist bei diesem Erlebnislauf eigentlich unwichtig, aber so um die 2 Stunden 25 Minuten mit ca. 20 Photo- Stopp und einigen Verweilen auf dieser wirklich imposanten Brücke, die man sicherlich nicht mehr so schnell zu Fuß überqueren darf.
Wir freuen uns jedenfalls schon auf den nächsten Brolobet – vielleicht im Jahr 2010...
Der folgende Tag diente dann noch einmal der Besichtigung der Stadt Kopenhagen mit Hafen, Kastell, botanischer Garten, altem Fischmarkt, etc. bevor es Richtung Fähre in Rodbyhaven ging um über Fehmarn nach ca. 12 Stunden Fahrt wieder ins Bayerische zu gelangen.
Unser Fazit der Reise: Kopenhagen ist bei solch schönem Wetter allemal eine Reise wert und wenn die Brücke irgendwann wieder ruft: